Gildefest 2019: Spielmannszug ist eingelaufen

11.06.2019
Oberst Willi Meyer in der Diskussion mit Peter Petersen und Thomas Schwoll (v.l.) über die Marschordnung auf der Burgwiese sowie eingelaufene Kleidung.
Oberst Willi Meyer in der Diskussion mit Peter Petersen und Thomas Schwoll (v.l.) über die Marschordnung auf der Burgwiese sowie eingelaufene Kleidung.
 © Bornholt

Wildeshausen – Die Wildeshauser Schützengilde ist schwer angesagt. Am Dienstagvormittag rief Gildeschatzmeister Siegbert Schmidt auf der Herrlichkeit vor der Alexanderkirche 110 Rekruten zur Vereidigung an die Fahne. Sie zogen anschließend ins historische Rathaus, um sich als neues Mitglied in das große Buch der Schützengilde einzutragen.

Die Parade auf der Herrlichkeit ging in diesem Jahr relativ schnell über die Bühne. Oberst Willi Meyer schwante wie jedes Mal nichts Gutes, als er sich den Musikzügen näherte. „Es sind immer dieselben“, stöhnte er vernehmlich und stand dann auch schon vor den Spielleuten Peter Petersen sowie Thomas Schwoll. Petersen hatte die Statuten der Wildeshauser Schützengilde dabei. „Die haben Sie ja wohl nicht gelesen, oder?“, erkundigte sich Meyer erstaunt.

Gildefest Wildeshausen: 110 Rekruten vereidigt

„Nun ja, es sind keine Bilder darin. Das fand ich schade“, antwortete der Musiker. „Mal sehen, ob wir das für Sie bis zum nächsten Jahr ändern können“, kündigte Meyer an, doch damit war er an Petersen nicht vorbei. „Wir rätseln nämlich“, erklärte dieser dem Oberst mit Blick auf die Statuten. „Sollen wir nun vor der Fahne stehen oder dahinter?“ Er spielte darauf an, dass die Fahnengruppen am Sonntagabend auf der Burgwiese allesamt zu früh eingeschwenkt waren und dann falsch standen.

„Das klären wir am Donnerstag“, betonte Meyer ganz ruhig. „Die Verantwortlichen werden ihr Portemonnaie schon dabei haben.“

Das Gildefest Wildeshausen ist so schön

Petersen ließ den Oberst jedoch noch nicht weiterziehen. „Weil wir immer bei Regen musizieren müssen, sind wir eingelaufen“, zeigte er auf Schwolls und seine eigene Uniform, die in der Tat sehr eng bemessen waren. „Dass Sie eingelaufen sind, sehe ich an Ihrer Größe“, fand Meyer. „Und ihr Kumpel isst einfach zu viel.“ „Ich bin Veganer“, erklärte Schwoll. „Dann fressen Sie den Tieren das Futter weg“, entgegnete Meyer und marschierte weiter, um sich dann allerdings einen Fehler zu leisten: Er lobte den guten Eindruck, den der Spielmannszug in den vergangenen Tagen gemacht hatte, stand jedoch vor dem Musikkorps Wittekind. „Den Fehler mache ich demnächst wieder gut“, erklärte er kleinlaut und lief schnell weiter zu den Offizieren, wo er sich bei Oberleutnant Hergen Stolle erkundigte, ob dieser gerne von Holzhausen in die Innenstadt gekommen war. „Das Gildefest ist so schön, dass ich immer wieder gut gelaunt hierher fahre“, antwortete Stolle. „Oder haben Sie im Zelt übernachtet?“, hakte Meyer noch einmal nach. „Nein, Sie wollten ja nicht mehr mit mir tanzen, da bin ich nach Hause gegangen“, antwortete Stolle.

Gildefest Wildeshausen: Erstmals auf Stechschritt verzichtet

Der traditionelle Ummarsch auf der Herrlichkeit hatte in diesem Jahr zwar wie immer drei Runden. Erstmals seit vielen Jahren wurde jedoch auf den Stechschritt verzichtet, weil das Pflaster angeblich zu glatt war. Einige der Beteiligten dürfte das sehr gefreut haben.

Gildefest: Pfingstmontag

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Party-Sonntag beim Gildefest

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