Wachkompanie exerziert im Krandel

09.06.2019
Zur Vorbereitung Gesetzestexte gewälzt hat das Hohe Gildegericht aus Otto Böttcher, Carsten Kloster, Uwe Gropp, Peter Decker und Thorsten Wawrzinek (von links).
Zur Vorbereitung Gesetzestexte gewälzt hat das Hohe Gildegericht aus Otto Böttcher, Carsten Kloster, Uwe Gropp, Peter Decker und Thorsten Wawrzinek (von links).
 © bor

Wildeshausen – Einigen sah man schon an, dass sie am Pfingstheiligabend zünftig gefeiert hatten: Am Pfingstsonntag marschierte die Wachkompanie im Krandel auf, um zu exerzieren, aber auch das ein oder andere (weitere) Bier zu verzehren. Mit von der Partie waren natürlich das Gildegericht und das Tambourkorps. Der Hauptmann der Wache, Detlef Hohn, ließ die Soldaten antreten und nahm den dreimaligen Rundmarsch zufrieden ab.

Zuvor war schon die Nähmaschine ins Zeughaus der Gilde geschleppt worden, denn es standen Beförderungen an, und die frischen Insignien sollten gleich auf den Uniformen angebracht werden. Hohn ernannten Lukas Kadereit vom Rekruten zum Soldaten. Er habe seine Probezeit gemeistert, so der Hauptmann. Anschließend beförderte Hohn den Leiter des Pfingstbaumkommandos Patrick Bielefeldt zum Obergefreiten.

Der stellvertretende Fourier Marco Freytag wäre eigentlich schon vergangenes Jahr dran gewesen, hatte sich aber kurz vor dem Gildefest verletzt, sodass Hohn ihn jetzt in den Rang eines Obergefreiten erhob.

Rolf Tepe hat seinen Dienst in der Wachkompanie bereits 1987 angetreten. Seit 22 Jahren ist der Fourier für die Versorgung der Kompanie zuständig. Hohn ernannte den langgedienten Soldaten zum Sergeanten.

Der Hauptmann der Wache, Detlef Hohn (rechts), beförderte Patrick Bielefeldt, Marco Freytag, Lukas Kadereit, Rolf Tepe und Andreas Sosnowski (von links).
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Andreas Sosnowski darf sich seit Pfingstsonntag Unteroffizier nennen. Der Rechnungsführer ist dafür verantwortlich, dass in den Lokalen alles ordnungsgemäß bezahlt wird.

Eine Spezial-Beförderung hatte Hohn noch auf Lager: Er beförderte Axel Hengemühle ins 61. Lebensjahr. Der Unteroffizier feierte am Pfingstsonntag seinen 60. Geburtstag. „Für mich gibt es sogar ein Feuerwerk“, freute sich Hengemühle augenzwinkernd.

Ebenfalls humorvoll waren die Gilde-Richter unterwegs, die bei Bier und Wein schon mal juristische Fachfragen klärten. „Ich bin 35 Jahre dabei“, erzählte Uwe Gropp. Kollege Otto Böttcher, dienstältester Richter, winkte ab: „Er lernt immer noch.“ Wie gehabt, plant der 81-jährige Böttcher, bis zum 90. Lebensjahr an Pfingsten Recht zu sprechen. 

Wachkompanie marschiert am Wildeshauser Krandel auf

Wachkompanie marschiert am Wildeshauser Krandel auf

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Richter Thorsten Wawrzinek absolviert hingegen erst sein zweites Gildefest als Jurist. „Ich bin das Küken“, scherzte er. Das feiernde Volk ermahnte er, sich an die Gesetze zu halten: „Wir nehmen alles, was verdächtig aussieht.“ Auch Ex-Staatsanwalt Heini Boning ließ sich im Krandel blicken. Sein Sohn Wigald sei dieses Jahr allerdings nicht dabei, sondern auf Sardinien.